sportverletzungen beim volleyballsport

kreuzbandriss - einleitung

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crashfolgendes horror-szenario möge jeder volleyballerin und jedem volleyballer erspart bleiben:

du springst als blockspieler(in) am netz hoch.
der ball prallt von deinen händen direkt auf den boden des gegnerischen spielfeldes.
du denkst während der abwärtsbewegung: “super-block, punkt für unser team”.
bei der landung kommst du dann unglücklicherweise nur mit einem bein auf.
du fühlst dich unsicher und taumelst nach hinten links weg.
ein stechender schmerz durchzuckt daraufhin wie ein blitz dein knie.
er weitet sich bis zum fuß aus, als du auf den hallenboden stürzt und dich vor schmerzen windest.
du wirst von einer mitspielerin in die notaufnahme des städtischen krankenhauses gefahren.
die diagnose des arztes – riss des vorderen kreuzbandes im linken knie.

in meinem verein sind mir zwei sportler bekannt, die sich einen kreuzbandriss beim volleyballspielen zugezogen haben.
in deutschland kommt es jährlich zu ungefähr 50.000 rissen des vorderen kreuzbandes (0,5 – 1 kreuzbandriss pro 1.000 einwohner).
ca. 35.000 werden operativ behandelt.
in den usa liegt die zahl der kreuzbandrekonstruktionen bei ca. 100.000 pro jahr.

anlass genug, um sich ein paar gedanken zu machen, wie man derart schwere verletzungen vermeiden kann.
oder, wenn der schaden eingetreten ist, wie man wieder auf die sprichwörtlichen beine kommt.

die artikelserie wird fachfraulich begleitet von christina frese.
christina frese
christina ist selbst betroffene.
sie erlitt in ihrer jungen volleyballer-laufbahn bereits zwei kreuzbandrisse und beleuchtet für uns das thema aus mehreren interessanten blickwinkeln.

die beweggründe für ihr engagement in der verletzungsprävention beschreibt sie folgendermaßen:

“Sport war für mich schon immer ein sehr wichtiger Bestandteil meines Lebens – alleine und mit Freunden.
Ein Leben ohne Sport ist für mich unvorstellbar.
Bewegung gehört für mich zum Tag wie das Armen in der Kirche.
Richtiges Volleyball begann ich zwar erst mit 17 Jahren in einem Verein, der in einer Liga startet.
Doch mit meiner Größe und meinem Ehrgeiz entwickelte ich mich schnell weiter.
Bereits nach einem Jahr war das erste Kreuzband durch.
Nach einer mühevollen Reha, viel Kraftsport und einer 2-jährigen Pause stieg ich wieder ein.
Wieder hielt das Glück nur ein knappes Jahr: dann war die andere Seite dran.
Es war mit einer der erschütternsten Tage meines Lebens.

Was zur Hölle lief falsch?
Eine Leben ohne den Volleyball kam für mich nicht mehr in Frage.
So begann ich meine lange, lehrreiche Reise mit Büchern, Medizinern, Physiotherapeuten und Sportwissenschaftlern.
Ich merkte innerhalb von Wochen dramatische Unterschiede und rehabilitierte mit einem wahnsinnigen Erfolg.
Ich stieg sogar wieder besser in den Volleyball ein als ich aufhörte.
Die Aufschläge flogen über das Netz mit einer ungewohnten Geschwindigkeit und ich war auf dem Feld viel flinker.
Ich war so begeistert von der Materie, dass ich mit 21 dann meinen Studiengang auf “Orthobionic” wechselte, um Menschen zu helfen wieder in Bewegung zu kommen.
Dies ist ein Studiengang, der sich viel mit Medizin, Biomechnaik und Bewegungslehre beschäftigt.
Ich wünsche keinem am Spielfeldrand zu sitzen und zum Zugucken verdonnert zu sein.
Ich konnte es nicht.
Deshalb engagiere ich mich nun im Sport, insbesondere im Volleyball, für die Prävention solcher Verletzungen oder die erfolgreiche Rehabilitation.
Denn aus eigener Erfahrung kann ich sagen:

Aufklärung ist Alles! Wissen ist Macht!

Außerdem macht es mir Spaß, wie aus jungen Spielern leistungsstarke, selbstbewusste und freudige Spieler heranwachsen.
Ich selbst werde wahrscheinlich nicht mehr hochklassig spielen, sondern habe meine zweite Erfüllung in der Akrobatik- und dem Fitnesstraining sowie in der Förderung von jungen Athleten gefunden.
Zusätzlich liebe ich meine Job in der Kreuzbandrissforschung und -rehabilitation.”

weitere infos zu christina und ihrem wirken als fitnesswarrior findet ihr auf ihrem weblog unter
www.fitnesswarrior.de


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    2 Meinungen


    Ein Kommentar in “sportverletzungen beim volleyballsport”

    1. Tim Kraus 1. August 2016 um 15:07

      Sehr guter Bericht ! Ich kenne einige Leute die nach einem Kreuzbandriss die Sportart nicht mehr ausgeführt haben. Doch das finde ich eigentlich die falsche Einstellung. Denn was aus Christina geworden ist zeigt, dass man sogar manchmal noch stärker zurück kommen kann. Aber man muss das auch respektiere, da mit solchen Verletzungen nicht zu spaßen ist..

      MfG


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